Stonehunter Frostfire Milo Stonehunter Jaumont Jamie
Was für ein „Scheiß-Tag“! Ich weiß, so was darf man nicht schreiben, aber später verrate ich euch, wer mir das gesagt hat. Mein Futterverteiler sagt, ich bin im Moment ein „Sechzehnmonatealtesungeduldigeshyperaktivespubertierendesenergiebündel“! Tja, ich muss halt alles reinbringen, was Kai in seinem Menschenalter nicht gebracht hat.
Nun denn, es ging mal wieder in der Früh los mit Taschen, Rucksack, Jacken, Stiefel, Schuhe, Leinen, Pfeifen, Handtücher packen. Mir fällt natürlich noch mehr ein, aber es ist ja immer peinlich, wie voll so ein Auto für einen Tag werden kann. Wir fuhren und fuhren. Eine lange Strecke, das kann nur Abtweiler bedeuten. Ah, das dritte Aufbauseminar. Endlich wieder jede Menge Dummies für mich. Da freu ich mich schon drauf!
Am Wasserwerk angekommen, ging es erst mal ‚ne kleine Runde laufen. Als wir zurückkamen trudelten so langsam alle anderen ein. Wir wurden wieder in zwei Gruppen aufgeteilt. Norma schnappte sich Patch mit Sandra, Imani mit Marion, Reto mit Roland, Mqustice mit Joelle und Topas mit Jill. Wir kamen in Cyras Gruppe. Da waren dann noch Gin mit Laurence, Fynn mit Sabine und Bonita mit Roswitha.

Oh prima, Cyra heißt Wiese und viele Vorans. Das ist gut, da kann ich mächtig hampeln. Los ging es für jeden mit Unterordnung. Danach alle in einer Line (Linie) aufgestellt, einen Baum anfixiert und morgendliches Lauftraining für die Damen zum Dummyauslegen. Ich durfte als erster: mit dem Hintern wackeln, Pfoten in Position bringen, Körper tiefer legen und auf das Kommando warten.
Das Kommando kam, aber nicht für mich, ich durfte nicht, Anja sollte selbst holen. Dann sagte Cyra: „Das wird ein Sch.....-Tag für Milo!“. Wie wahr, wie wahr!!! Nachdem alle anderen holen durften, drehten wir uns um und Cyra legte Dummies in die Wiese. Das gleiche wieder, einer nach dem anderen durfte holen. Ich musste zusehen, wie artig Anja auf „Apport“ von Laurence rausgeht, das Dummy aufnimmt und in einer geraden Linie wieder zurückkommt und neben mir einparkt. Bis zur Mittagspause gab es dann immer Vorans im Wechsel Baum und Wiese. Teils mit Schuss. Hier durfte sich Gerd dann auch mal nützlich machen und als Schütze und Werfer agieren. Ab und zu durfte ich dann auch mal eines holen, aber nur wenn ich ganz artig war und keinen Mucks oder Zuck von mir gegeben habe. Kam nicht oft vor, Sch......-Tag! Aber die anderen Kollegen hatten es auch nicht einfacher. Die Gin zum Beispiel, die stellte die Ohren auch schon mal auf Durchzug, war ja klar, denn ich konnte ja auch manchmal nicht verstehen was Laurence da so alles erzählt. Die Sprache hörte sich schon sehr komisch an. Da würd’ ich auch nicht hinhören. Später hatte ich begriffen, dass die zwei aus Luxemburg kommen und Gin damit groß geworden ist. Und Bonita, das ist schon so ‚ne Marke. Die roch ziemlich gut. Einmal bin ich hinter ihr her, ach war das schön. Aber nur für kurze Zeit, dann wurde ich abgeholt und mitgeschleift. Und wieder kein Dummy! Jedenfalls hat die Bonita am Nachmittag mal so gezeigt, was alles konnte und nicht wollte. Die mittlere Kralle von der rechten Pfote, die konnte sie ganz gut zeigen, weil sie nicht in die Brombeeren wollte, grins! Roswitha musste dann mal kurz den Weg ebnen, was aber auch nicht viel gebracht hat. Da schlug dann mal meine Stunde. Mittlerweile war ich auch schon so platt, dass ich von alleine ruhiger wurde. Brombeersträucher haben bei mir keine Chance. Besonders dann nicht, wenn noch Dummies drin liegen. Da wurd’ ich wieder wach.
Im Wald wurde wieder in einer Line gearbeitet. Wie auch auf der Wiese immer im Wechsel mit Sträucher und Waldrand. Der Fynn, der war auch ganz lustig. Der ist schon mal vor den Dummies stehen geblieben und hat ausgezählt, welches Dummy er denn nehmen sollte. Seht ihr, ich hab doch glatt vergessen, ihn nach einem schönen Hundeauszählreim zu fragen. Auf dem Rückweg fand er dann die Stöckchen doch interessanter und hat Dummy mit Stock getauscht. Also, ich hab aber das Dummy doch lieber. Aber Fynn, das wird schon noch!
Danach ging es noch mal auf eine andere Wiese, wo wir eine Markierung arbeiten durften. Ich hörte Cyra sagen: „wenn Milo jetzt ruhig ist, dann kannst du ihn schicken“. Anja erwidert: „OK“. Ich bin ja nicht blöd: Pfoten in Position bringen, Körper tiefer legen: Sch...Tag! Am Ende durfte ich dann aber doch noch; vielen Dank, Hund muss nur lang genug warten.
Zum Schluss trafen wir uns alle wieder am Wasserwerk und tauschten unsere Erlebnisse aus. Wahnsinn, was die Zweibeiner noch so alles reden können, nach so einem Tag. Nach heute komme ich zu dem Ergebnis, das ich von selbst aus wesentlich ruhiger werden muss, denn sonst lauf ich Gefahr, das ich Deutsch lernen muss, damit ich im nächsten Jahr der Anja die Kommandos gebe und sie holt die Dummies bei Prüfungen und Workingtests. Und so weit will ich es auf keinen Fall kommen lassen!



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